Auf den Beitrag: (ID: 428561) sind "2" Antworten eingegangen (Gelesen: 334 Mal).
"Autor"

Schwer zu vergesellschaftende Häsin

Nutzer: LinchenHase
Status: Junghase
Post schicken
Registriert seit: 11.03.2014
Anzahl Nachrichten: 88

geschrieben am: 06.07.2017    um 00:50 Uhr   IP: gespeichert
Nach ca. drei Jahren mit unserer kleinen Terrormaus sind wir (wieder) an einem Punkt, an dem wir nicht weiter wissen und einfach ratlos sind. Deshalb frage ich euch jetzt hier um um Rat.

- die Dame ist geschätzt auf ca. 5 Jahre;
sie lebt seit 3 Jahren bei uns, vorher insgesamt ca. 8 Monate Tierheim / fehlgeschlagene Vermittlungen. Ins Tierheim kam sie bereits ausgewachsen, war aber Fundtier, daher genaues Alter unbekannt.

- Kastriert wurde sie im Tierheim ca. 2 Monate, bevor sie zu uns kam

- Widder, ca. 2,1kg

- Vorerkrankung: Athrose in der Brustwirbelsäule (festgestellt durch bildgebende Diagnostik), die sich durch Schmerzen beim Abtasten und erhöhte Aggressivität im akuten Schub äußert; außerhalb der akuten Schübe ist sie schmerzfrei, sie bewegt sich völlig normal

Vergesellschaftungsgesichte:
- Im Tierheim Vergesellschaftung mit einer Häsinnengruppe, da soll sie wohl sehr aggressiv und unerbittlich gewesen sein; war 3x zu einem kastrierten Rammler vermittelt, bevor sie zu uns kam - wurde aber jedes Mal zurück gebracht, weil sie den Kumpel tierarztreif geprügelt hat.
Dann Kastration und noch ein Vergesellschaftungsversuch im Tierheim, der fehlschlug. Danach kam sie zu uns

- Wir haben sie auf nicht neutralem Gebiet (ca. 25qm) vergesellschaftet bzw. sie einfach in die bestehende Gruppe (zwei Jungs, eine Dame, mit ihr dann zwei Damen) "geschmissen" (wurde uns zu geraten, weil sie eben so aggressiv sein sollte, in der Hoffnung, dass sie das einschüchtert)
-> Ging erstmal ganz gut, sie war sehr schüchtern, es gab keinerlei Verletzungen, nach ca. 1 Woche hat sie mit den anderen gefressen, gelegentlich auch mal gelegen und geschmust, war aber insgesamt schreckhaft und eher zurück gezogen.
Ca. 3 Monate später haben sich unsere beiden Jungs dann von jetzt auf gleich nachts geprügelt - so heftig, dass einer genäht werden und wir trennen mussten.
Sie hat dann noch ca. 2 Monate mit der anderen Dame und dem unverletzen Böckchen gelebt und sich in der Zeit immer mehr zurückgezogen

- Nach Abheilung der Wunden Vergesellschaftung mit dem Böckchen, dass genäht worden war auf komplett neuralem Terrain (8-9qm; wir haben nicht neutralisieren müssen, da in dem Raum noch nie vorher Kaninchen gelebt hatten).
-> VG war sehr heftig mit vielen Kämpfen, er hatte eine schlimmere Verletzung, die mit zwei Stichen genäht wurde (neben der alten Narbe, war noch kein vollständiges Fell drauf), sie keine, nach ein paar Tagen ging's, nach 2 Wochen waren sie ein hübsches Pärchen geworden. Einige Wochen später ist der erste kurze gemeinsame Auslauf so eskaliert, dass er wieder verletzt war. Da die Kämpfe auch nach 2-3 Stunden nicht aufhörten, sondern eher heftiger wurden, schließlich Trennung.

- 4-6 Wochen Trennung. In der Zeit, in der sie alleine war, hat sie sehr gelitten, hat schlecht gefressen, sich zurück gezogen, uns angeknurrt

- dann VG in neutralisiertem ehemaligen Gehege (die 8-9qm wieder).
-> 1 Tag lang heftige Kämpfe, aber ohne Verletzungen. Sie hat sich gelegentlich von ihm putzen lassen, sie haben gemeinsam gefressen, sonst hat eher jeder für sich gelebt.
Immer wieder Phasen, in denen es Jagereien gab, in letzter Zeit wieder vermehrt

- vor zwei Wochen haben wir sie und ihren Partner dann mit unserer anderen Häsin vergesellschaftet, nachdem die ihren Partner verloren hatte (25qm, vorher neutralisiert)
-> lief bis gestern Abend gut, die kleine Terrordame hat sich zwar sehr zurückgezogen und ist war etwas schreckhaft mit den anderen beiden, hat aber ganz viel lang gestreckt geschlafen und wirkte zufrieden.
Gestern Abend hat sie dann begonnen, ihre Ecke zu verlassen, alles zu erkunden, auf beide anderen Tiere mit erhobener Blume in deutlicher Drohhaltung losgegangen, es kam zu Kämpfen mit Fellflug. Anders als sonst schien sie immer unterlegen bzw. hat nachgegeben, ist weg gelaufen und hat sich dann kurz zurück gezogen, dann ging's wieder von vorne los.
Tagsüber war's dann heute wieder entspannt, abends ist es wieder zu einem Kampf gekommen zwischen ihr und der anderen Häsin bzw. sie ist auf beide anderen losgegangen, aber er ist schnell geflüchtet. Das Ganze endete beim Tierarzt, sie musste in Narkose genäht werden.

Jetzt sitzt sie alleine in unserem Schlafzimmer im kleinen Krankengehege und ist noch etwas wackelig auf den Beinen, aber soweit munter.
Klar: Sie muss sich jetzt erstmal erholen und die Wunde muss heilen, aber was kommt dann?!

(Da ich nicht mehr so viele Zeichen habe, schreibe ich die möglichen Lösungen, die in unseren Köpfen schwirren in einen Antwortpost und freue mich über eure Gedanken dazu oder alternative Lösungsansätze)
  Top
"Autor"  
Nutzer: LinchenHase
Status: Junghase
Post schicken
Registriert seit: 11.03.2014
Anzahl Nachrichten: 88

geschrieben am: 06.07.2017    um 01:04 Uhr   IP: gespeichert
1) Sie bleibt alleine.
Finde ich eigentlich sehr unschön, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass sie einfach zu schlecht sozialisiert ist bzw. dass sie einfach eine zu große Gefahr für andere Kaninchen ist. Manchmal frage ich mich auch, ob sie das vielleicht lieber hätte. Aber sie wirkte sooo unglücklich, als wir sie die paar Wochen alleine hatten

2) Sie bleibt alleine, bekommt aber Sichtkontakt zu den anderen bzw. Trennung durch ein Gitter
Meine Sorge ist, dass das Dauerstress für alle Beteiligten ist

3) Erneute Vergesellschaftung mit ganz neuem Partner in Revier des neues Partners
In der Hoffnung, dass sie dann wieder so eingeschüchtert ist und zumindest niemanden verletzt (wie bei der ersten VG bei uns)

4) Vergesellschaftung mit unkastriertem Rammler (sie ist ja kastriert)
Macht das einen Unterschied?? Später kastrieren könnte man ja ggf bei Bedarf immer noch

5) Vergesellschaftung mit größerem Tier (so 4-5kg)
In der Hoffnung, dass sie das einschüchtert

6) Vergesellschaftung mit ganz unterwürfigem Tier
Vielleicht sieht sie das nicht als Bedrohung

7) Vergesellschaftung mit sehr dominantem Tier
Hoffnung wäre, dass sie sich dann vielleicht unterordnet, halte ich aber für unwahrscheinlich, da sie auch heute nach der Verletzung direkt nach ein paar Minuten wieder weiter hätte kämpfen wollen, wenn wir sie nicht rausgenommen hätten

8) Vergesellschaftung mit einem Tier, das wie sie wenig verschmust ist und eher wenig Interesse an Sozialkontakt hat
Hoffnung wäre, dass sie zumindest in Frieden nebeneinanderher leben

Bzw. generell formuliert: Erneute VG ja oder nein?? Wenn Vergesellschaftung - wonach (nach was für einem Partner) suchen wir dann??
  Top
"Autor"  
Nutzer: Phönix
Status: Hase
Post schicken
Registriert seit: 04.10.2016
Anzahl Nachrichten: 42

geschrieben am: 03.08.2017    um 16:57 Uhr   IP: gespeichert
Hey,
das hilft jetzt wahrscheinlich nicht besonders viel, aber kann es sein, dass sie einfach zu eingeschüchtert ist und aus Angst angreift?
Kann man herausfinden, ob die Zeit der Angriffe und der Athroseschübe überschneidet, also dass sie die Anderen angreift wenn sie Schmerzen hat?
lg Phönix

Mit Zorro, Onyx, dem Kater Morle, seiner Schwester Tiger, der Hündin Emma, Wellensittich Foxi & Foxi und Meerschwein Lessie & Jamie.

Nie vergessen sind: Mein Zwerghamster Putzi, Sunny der Goldhamster und Naphtali, mein erstes Kaninchen und sein Gefährte Jason (04.10.17).

  Top