Ursachen von Blasengrieß und -steinen



Grieshaltiger Urin Käfighaltung: Kaninchen in freier Wildbahn setzen niemals ihren Harn im Bau ab, sondern haben immer außerhalb des Baus ihre Toiletten. Kaninchen in Käfighaltung haben diese Möglichkeit nicht, daher versuchen sie so wenig wie möglich zu urinieren

Übergewichtige Tiere, aufgrund falscher Fütterung und Bewegungsmangel (Käfighaltung?), suchen weniger häufig die Toilette auf

Verminderte Wasseraufnahme durch Trinkflaschen. Altes, verdrecktes und / oder sogar fehlendes Wasser

Kalk- oder Salzlecksteine

ausschließliche / überwiegende Fütterung mit Trockenfutter

mangelnde Hygiene und selten gesäuberte Toiletten

Sind Haltungsfehler vorhanden, sollten diese umgehend geändert und verbessert werden - zumal die o.g. Haltungsfehler weitere und oftmals auch schwerwiegende Erkrankungen nach sich ziehen können und meist auch Verhaltensstörungen hervorrufen.

Natürlich können auch genetische Veranlagungen, Erkrankungen der Blase und Nieren, Gelenkerkrankungen, Tumore und Abszesse, Alter und Geschlecht der Tiere Ursache von Blasengrieß und -steinen sein. Daher sollten auch alle medizinischen Ursachen untersucht und ausgeschlossen bzw. wenn möglich behandelt werden.

Ernährung bei akuter Erkrankung

Ganz wichtig ist, dass das Kaninchen vermehrt Flüssigkeit zu sich nimmt und da Kaninchen von alleine selten vermehrt trinken, muss der Halter dafür sorgen, dass dieses geschieht. Nur durch eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr kann der Grieß ausgeschwemmt werden bzw. wird eine Therapie sinnvoll unterstützt und auch die Bildung von erneutem Grieß und Steinen entgegen gewirkt werden. Zudem verhindert eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme, dass der Harn stark konzentriert ist und sich dadurch Kalziumkarbonate (Grieß) bilden können. In diesem Fall kann man auch gerne verdünnte Tees anbieten, wenn die Kaninchen sie gern und dadurch auch vermehrt trinken. Es dürfen dann sogar auch stark verdünnte (Direkt-)Säfte (wie z.Bsp. Apfel- oder Karottensaft) angeboten werden, damit eine gesteigerte Flüssigkeitsaufnahme erreicht wird. Natürlich sollten die Säfte unbedingt zuckerfrei und ohne weitere Zusatzstoffe sein.

Sind die Tiere sehr anfällig für Grieß oder die Bildung von Steinen oder liegt ein sehr schlimmer Fall von Blasengrieß vor, kann man auch kalziumarmes Trinkwasser (Wasserfilter) oder stilles Mineralwasser anbieten. Dies ist nur in den wenigsten Fällen notwendig, da die meiste Flüssigkeit nicht über das Trinkwasser, sondern über die Fütterung zugeführt wird.

Ebenso wichtig ist auch, dass das Kalzium- / Phosphorverhältnis der Futtermittel annähernd ausgeglichen ist. Das Verhältnis sollte höchstens 1,5 (Kalzium) : 1 (Phosphor) betragen. Ein Überschuss an Kalzium begünstigt das Auftreten von Grieß, Blasen- und Nierensteinen und Verkalkungen; ein Phosphorüberschuss führt allerdings zu einem Abbau von Kalzium aus dem Knochen. Auf keinen Fall darf absolut kalziumarm bzw. kalziumfrei gefüttert werden - dies schädigt Knochen und Zähne!

Trockenfutter jeglicher Art und Form (mit/ohne Getreide, Trockenobst und -gemüse, Pellets, Flakes etc.) sollte konsequent vom Ernährungsplan gestrichen werden, da Trockenfutter bekanntlich kaum Flüssigkeit enthält, aber dafür schnell und lang anhaltend sättigt. Die Tiere nehmen dadurch weniger Grün- und Saftfutter auf, welches durch seinen hohen Wasseranteil wiederum spülend und somit unterstützend wirkt.

Heu ist streng genommen natürlich auch ein Trockenfutter, welches stark kalziumhaltig ist, auf das allerdings nicht verzichtet werden kann. Heu sollte aber bei Blasengrieß auf alle Fälle kräuterarm und möglichst ohne Luzerne sein. In den warmen Monaten kann und sollte wenn möglich, ein Teil des Heus durch Grünfutter wie z.B. frische Gräser, Wiesenkräuter, Blätter und Co. ersetzt werden. Auch wenn Grünfutter teilweise stark kalziumhaltig ist, wird dadurch auch immer eine Menge Flüssigkeit mit aufgenommen. Das gleiche gilt auch für frische Küchenkräuter - diese bitte jedoch immer nur in Maßen verfüttern, da hier oftmals ein sehr unausgewogenes Verhältnis besteht.

Nicht der Kalzium- bzw. Phosphorgehalt einzelner Futtermittel ist entscheidend - letztendlich der Gehalt einer ganzen Mahlzeit als Summe und das auf einen längeren Zeitraum gesehen. Wer abwechslungs- und sortenreich füttert, macht im Grunde genommen alles richtig, denn die einzelnen Futtermittel bilden ein ausgewogenes Kalzium-/ Phosphorverhältnis bzw. der Kalziumüberschuss wird durch die Nieren bei gesunden Tieren ohne weiteres ausgeschwemmt.

Geeignete Futtermittel

Es gelten hier natürlich alle Regeln, die sonst auch beachtet werden müssen:

unbekannte Futtermittel vorsichtig anfüttern / Unverträglichkeit testen

Obst nur in kleinen Mengen wegen des hohen Fruchtzuckeranteils

viel Abwechselung auf dem täglichen Speiseplan

alles gut abwaschen

entsprechende Hinweise zu den einzelnen Futtermitteln beachten (siehe Ernährungsliste)
GEMÜSE


unbedenklich, da ausgewogenes Verhältnis:

Chicorée
Chinakohl
Eisbergsalat
Endivien (Escariol)
Gurken
Karotte / Möhren (ohne Grün!)
Kohlrabi (ohne Grün!)
Kopfsalat
Lollo Rosso / Lollo Bionda
Petersilienwurzel
Radicchio
Steckrübe / Kohlrübe
Zucchini

zur Abwechslung, da leicht unausgewogenes Verhältnis:

Broccoli
Feldsalat
Fenchelknolle
Knollensellerie
Kürbis
Paprika
Pastinake
Romanasalat / Salatherzen
weiße Rüben



OBST


unbedenklich, da ausgewogenes Verhältnis:

Brombeere
Hagebutte
Johannisbeere
Kiwi
Mango
Stachelbeere

zur Abwechslung, da leicht unausgewogenes Verhältnis:

Ananas
Apfel
Birne
Erdbeere
Heidelbeere
Himbeere
Honigmelone
Mandarine
Wassermelone
Weintraube


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Blasengriess-, schlamm; steine


Blasengrieß, Blasenschlamm und auch Blasensteine entstehen, wenn die Kalziumkonzentration im Kaninchenharn zu groß ist. Dabei spielen allerdings weniger die hohen Mengen Kalzium im Futter eine Rolle - die Kaninchenniere ist an deren Ausscheidung sehr gut angepasst, da in freier Wildbahn auch ein Überschuss an Kalzium im Futter herrscht - sondern oftmals die nicht artgerechte und artuntypische Haltung.

Blasenerkrankungen und deren Behandlung