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meine Kaninchen erkranken und sterben mir unter den Händen weg

Nutzer: schneewolke
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geschrieben am: 29.08.2013    um 23:21 Uhr   IP: gespeichert
Hallo, ich bin neu hier und habe viele Fragen und keine Antworten. Ich hatte 7 putzmuntere Mümmelmänner. Regelmäßige Imfpungen mit Cunivac Combo, Außenhaltung mit Freilauf, Frischfutter, Spielgarten und großartige Kaninhopper. Als wir im Urlaub waren, haben wir sie wie jedes Jahr zusammen zu meinen Eltern in den Garten gebracht für 14 Tage.

Der Schock war groß, als wir am Samstag die Tiere abholen wollten. Unsere Älteste (6 Jahre) saß in der Ecke und der Augapfel war fast komplett ausgehoben. Da es ringsum stark entzündet war, sah sie aus wie ein einäugiger Zyklop. Wir sind sofort in die Notaufnahme der Tierklinik. Dort wurde unter dem Auge ein sehr tief sitzendes Abszess geöffnet und der Eiter heraus gespült. Das Auge ging komplett in die Augenhöhle zurück. Leider war es zerstört und man legte mir eine Augenamputation nahe, die jedoch erst später ausgeführt werden sollte, wenn mein Nienchen wieder stabilisiert war. Noch während des Gespräches fing sie auch wieder an zu fressen und ich schöpfte Hoffnung. Leider stellte sich 2 Tage später heraus, dass der Schädel von dem Abszess angegriffen war und ich musste mich von meiner Flocke verabschieden.

Der Schock war noch nicht ausgestanden, als ich 4 Tage später meine Marie mit einer total verrotzten Nase und schweren Atemgeräuschen in der Ecke des Außengeheges sitzen sah. Sie verweigerte absolut ihr Futter (auch Haferflocken= Bonbons für sie). Da ich mich viel mit dem Tod meiner Flocke beschäftigte, hatte ich ein noch größeres Augenmerk auf die restlichen 6 und behaupte, dass Marie am Abend zuvor noch ohne Auffälligkeit gefressen hatte. Ich bin sofort zu meinem Tierarzt, der lediglich einen Schnupfen feststellen konnte, absolute Entwarnung gab. Nachdem er Antibiotika gespritzt hatte, bekam ich für die Behandlung Bisolvon, Baytril, Sab simplex mit. Ich war mit der Diagnose nicht zufrieden, da mir das Verhalten von Marie merkwürdig vorkam. Sie wirkte sehr steif beim Sitzen, legte sich nicht locker hin und fraß absolut nichts.
Deshalb ging ich Nachmittags wieder zum Tierarzt. Darauf hin gab er noch ein Schmerzmittel. Am Abend gab ich ihr Critical Care und sie trank unglaublich viel Wasser. Den nächsten Tag wurde ich 5:30 wach (sie war in meinem Zimmer), da die Atemgeräusche extrem stark geworden sind. Da sie Atemnot hatte, fuhr ich zum Notdienst. Dort gab man ihr eine Prednisolonspritze und nahm Blut ab. Der Befund war 2 Tage später da - Nierenversagen, Leberwerte extrem schlecht -Euthanasie.

Noch am gleichen Tag, erkrankte Gismo - absolute Freßverweigerung, steife Haltung und dicke Unterlippe. Beim Tierarzt bekam er was abschwellendes gespritzt. Am Abend fing er an, laut durch die Nase zu schniefen (Nase war nicht nass). Ich gab ihm Baytril. Am Morgen extremes Atemgeräusch, sofort zur Tierklinik. Dort wurde Gismo geröntgt. Es gab keinen Befund, er wurde aufgrund der Symptome behandelt mit Baytril, Sab Simplex, BeneBac, Critical Care und Inhalation mit Aceylcystein.
Bis heute sind 7 Tage vergangen. Heute hat er versucht was zu knabbern und Gras aufzunehmen. Die eine Seite der oberen Lippe ist extrem hart - wirkt wie verknöchert (sie ist sehr dunkel und wirkt wie abgestorben). Die Unterlippe ist sehr breit und geschwollen. Er kann die Nahrung nicht aufnehmen. Wenn ich ihm dünne Möhrenraspeln in den Mund stecke, fängt er an darauf zu kauen wie Kaugummi (mit schmatzenden Geräuschen). Er sitzt jetzt mit aufrechten Ohren da, wirkt jedoch weit weg. Wenn ich ihm seine Leckereien vor seinem Mäulchen halte, legt (presst) er seinen Kopf dagegen. Ich will ihn nicht aufgeben. Es kommt nämlich noch schlimmer.

Gestern habe ich bei meinem Paul auf einmal schiefe obere Zähne entdeckt, sofort zum Tierarzt. Das Zahnfleisch war so entzündet, dass Eiter rauskam. Der Tierarzt konnte beide Zähne und einen Stiftzahn mit örtlicher Betäubung ohne großen Aufwand ziehen. Nun sitzt er bei mir, hat nach dem gestrigen Critical Care einen riesen Appetit entwickelt und sieht eigentlich munter aus. Leider wirken die Augen entzündet und ich habe Angst um ihn.

Und unterdessen ist heute mein Wölkchen umgekippt und war tod. Ich bin so verzweifelt. Er war gestern noch mit mir unterwegs, als ich Gras geholt habe. Als ich mit Paul von TA kam, saß er in der Ecke (steife Haltung, extrem angelegte Ohren). Ich habe ihn auch sofort rein geholt und hatte mich entspannt, als er meine Hand leckte und Futter zu sich nahm. Ich gab ihm vorsorglich BeneBac und ließ ihn ebenfalls inhalieren. Heute Nachmittag, wirkte er sehr schläfrig und legte den Kopf merkwürdig ab (auf eine Erhöhung). Ich tastete seinen Lippen ab und bemerkte eine walnußgroße Verdickung unter seinem Kinn. Als ich zum Tierarzt wollte, fiel er plötzlich hin (die Vorderpfoten versagten), schrie und schrie und schrie - sprang wie wild rum und war dann tot.

Was kann das alles sein - morgen will ich mit Gismo und Paul nochmal in die Tierklinik. Ich halte es nicht mehr aus, ich kann meinen Tieren nicht helfen. Hat jemand einen Rat?
  TopZuletzt geändert am: 30.08.2013 um 20:36 Uhr von Cyranida
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Nutzer: FriedosMum
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geschrieben am: 30.08.2013    um 07:54 Uhr   IP: gespeichert
....welch ein Horror!!!
Laß deine noch lebenden unbeding mit durch checken, so mieß das klingt.
Viell.kann man etwas im Blut feststellen und dann vor akutem Ausbruch behandeln?!
Ich bin keine die unter jeder Todesanzeige eine Nachricht setzt,da ich davon ausgegehe das jeder weiß wie der jeniege sich fühlt und dementsprechend still mitfühlt. Aber dich würde ich gern in den Arm nehmen......
Für immer in meinem Herzen mein klein Schätzelein Mini und meine Helden Schnüffi und Friedolin
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Könntet ihr doch sprechen und uns euer Leid klagen, dann wären wir nicht so hilflos
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Nutzer: Goldfischin
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geschrieben am: 30.08.2013    um 09:28 Uhr   IP: gespeichert
wie schrecklich das tut mir so leid für euch alle!
ich hatte vor vielen jahren auch mal mehrere kaninchen die daran gestorben sind. bei einem habe ich lange gekämpft und doch verloren. ich sehe es noch heute vor mir, wie sie beim arzt sitzt und eingeschläfert werden sollte und ich konnte nicht mal dabei bleiben und habe sie auch nicht mit heim genommen :(
konnte einfach nicht..

ich schicke dir ganz viel trost, ich kann mir vorstellen, wie es dir geht :(
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Nutzer: Hasenfrau
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geschrieben am: 30.08.2013    um 13:34 Uhr   IP: gespeichert
oh Schreck, wie grausam.

Ich drück Paul und Gismo die Daumen
Habt ihr einen guten TA? Sonst: >KLICK HIER!<
oder für Zahnkandidanten >KLICK HIER!<
Liebe Grüße
Susanne mit Einstein und Liese, Lady und Romeo,Frederike und Mucki, Anton und Lotta -Lilli, Krümel, Willi, Columbus und Wyattine für immer in unseren Herzen-
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Nutzer: pudelbein
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geschrieben am: 30.08.2013    um 15:40 Uhr   IP: gespeichert
Hallo Schneewolke,

es tut mir sehr leid um die Tiere, ds ist wirklich unfassbar.

Mir hat sich beim durchlesen Deines Beitrags die Frage gestellt, ob hier eine halbjährliche Zahnkontrolle bei allen Tieren durchgeführt wird. Gerade bei dem Tier mit der geschwollenen Lippe, wurde da der Kopf geröngt? Wenn nicht sollte das unbedingt nachgeholt werden. Diese schmatzenden Kaugeräuche lassen auf ein Zahnproblem mit großen Schmerzen schließen. Du solltest das heute noch untersuchen lassen.

Wie leben die Tiere bei Dir? Sind sie alle in einem Gehege? Wann wurde die letzte Kotprobe der Tiere untersucht?

An Deiner Stelle würde ich den Tierarzt wechseln. Hasenfrau hat Dir die Tierarztliste ja schon eingestellt, da solltest Du einen kaninchenerfahrenen Tierarzt in Deiner Nähe finden.

Auch solltest Du in Erwägung ziehen Wölckchen obduzieren lassen.

Ansonsten muss ich leider sagen, das ich es sehr schwer hatte aus Deinem Beitrag schlau zu werden. Klar verstehe ich, da sind viele Emotionen und Trauer im Spiel, aber bitte verstehe auch, dass Absätze es leichter machen solche langen Beiträge zu lesen. Danke schön.

Alles Gute für Paul und Gismo.

Liebe Gruesse, Tanya



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Nutzer: schneewolke
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geschrieben am: 30.08.2013    um 19:24 Uhr   IP: gespeichert
Heute waren wieder bei einem anderen TA.
Als sie sich Gismo anschaute, sah sie, dass er nicht mehr zu retten ist!
Also mussten wir uns, schweren Herzens von ihm verabschieden.
Wegen unserer Angst um die restlichen 3 ließen wir ihn zur Pathologie einschicken. Wir wollen endlich wissen, was das für eine Krankheit ist!
Bitte kein Leiden mehr!



Immer noch im Schockzustand
Schneewolke
  TopZuletzt geändert am: 30.08.2013 um 23:24 Uhr von schneewolke
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Nutzer: pudelbein
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geschrieben am: 30.08.2013    um 20:02 Uhr   IP: gespeichert
Das tut mir sehr leid.

Aber was war der Grund für die Euthanasie? Welche Diagnose wurde gestellt? Was hatte das Tier?

Was ist mit Paul? Wurde sein Kopf geröngt?

Du hast mir keine meiner Fragen beantwortet.

Werden die Zähne der Tiere regelmäßig kontrolliert? Werden regelmäßig Kotproben untersucht? Sitzen die Tier ein einem Gehege?
Liebe Gruesse, Tanya



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Nutzer: ZeSaMi
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geschrieben am: 30.08.2013    um 20:27 Uhr   IP: gespeichert
Ich kenn mich leider nicht so gut mit den Krankheiten aus. Wollte dir trotzdem an der Stelle sagen, wie leid mir das für Euch und die Ninns tut. Einfach schlimm...

Lg Z.
Saska (w) & Misko (m)
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Nutzer: schneewolke
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geschrieben am: 30.08.2013    um 22:46 Uhr   IP: gespeichert
Ich habe Dir eine Antwort geschickt. Kann diese jedoch selber nicht mehr finden. Gib mir bitte Bescheid, ob Du sie erhalten hast.
Ich bin wohl noch mächtig weich im Kopf.

Noch etwas zu Paul: Den hat sich die TA heute auch angeschaut. Sie meinte, dass das Zahnfleisch sehr gut aussieht und wir auch die oberen Zahntaschen nicht mehr spülen müssten (2 Schneidzähne und ein Stiftzahn wurden am Mittwoch gezogen). Alle anderen Zähne saßen fest. Ich habe gefragt, ob es sinnvoll ist Blut abzunehmen. Sie meinte, wir warten jetzt auf den Befund von Gismo. Der Kopf von Paul wurde nicht geröntgt.

Paul frisst mit großem Appetit. Ich schneide Wurzelgemüse, Gras, Heu alles richtig klein und er nimmt es sehr gut auf. Ich habe ihn heute zu den beiden anderen gesetzt, damit er nicht allein ist.

Ja, alle sieben lebten in einem Gehege. Ich hatte jetzt alle auffälligen Tiere in die Wohnung geholt und einzeln gehalten. Gestern hatte ich Paul zu Gismo gesetzt.

Kotprobe wurde untersucht und hatte keine Auffälligkeiten. Auch bei Fütterung mit Critical Care setzten die Tiere viele kleine feste Köttelchen ab.

Tanya, jetzt habe ich mit Hilfe doch meine letzte Antwort gefunden. Diese war zu einem anderen Beitrag. Ich stelle diese nochmal rein.
  TopZuletzt geändert am: 30.08.2013 um 23:05 Uhr von schneewolke
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Nutzer: schneewolke
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geschrieben am: 30.08.2013    um 22:53 Uhr   IP: gespeichert
Hallo Tanya,

unser Gismo ist heute von uns gegangen. Du hattest viele Fragen, auf die ich eingehen möchte.
Zahnkontrolle steht bei uns monatlich an, da ich mit Wölkchen schon ein Zahnproblemkind hatte. Ihm musste der linke untere Schneidezahn im letzten Jahr entfernt werden. Ich hatte bereits sehr zeitig gemerkt, dass das Zahnfleisch entzündet war und trotz Antibiotikatherapie musste der Zahn raus.

Jetzt zu Gismo:
Ja, unser Gismo wurde letzten Samstag in der Notaufnahme geröntgt. Da er schwere Atemgeräusche, jedoch keinen Schnupfen hatte, wollte ich auf Nummer sicher gehen. Wir sind extra zu einer Tierklinik gefahren, die mit sehr feinen Röntgengeräten für Kleintiere ausgestattet ist. Uns haben sie die Aufnahmen gezeigt und uns erklärt, dass alles in Ordnung ist. Auch ein vermutetes Abszess an der Lunge wurde nicht bestätigt. Da er nicht fraß, wurden die Zähne überprüft. Der Tierarzt meinte, dass keine Diagnose gestellt werden kann und er jetzt die Symptome (die Tendenz zu Kaninchenschnupfen haben) therapiert.

Als ich Montag zu meinem TA gegangen bin, meinte er, dass die Schwellung immer noch aus einem Wespenstich (o. a. Insekt) resultieren kann. Das hatte er bereits letzten Freitag vermutet, hatte jedoch den größeren Verdacht auf E.C.. Somit haben wir noch am Freitag dem Labor mitgeteilt, dass sie das Blut von Marie zusätzlich nach E.C. kontrollieren sollen. Gismo wurde somit behandelt auf E.C., Kaninchenschnupfen und Stich). Der E.C. Befund war negativ, weshalb wir das Medikament abgesetzt haben.

Wie gesagt, ist die obere Lippe dann immer fester geworden und die Schwellung in der unteren Lippe ging nicht weg. Zuerst dachte ich, dass eventl. der Brei (critical care) Verklebungen verursacht hat. Aber als ich gestern nach langen Aufweichen gemerkt habe, dass das Lippenfleisch hart und dunkel bleibt, habe ich Angst gehabt, dass es sich um abgestorbenes Fleisch handelt.

Diese Angst hat sich heute bestätigt. Wir waren bei einer anderen Tierärztin. Sie hat gemeint, so was hat sie noch nicht gesehen. Auch der gesamte Bereich unter dem Kinn war bis zum Schlundbereich äußerlich hart wie Beton. Aus den unteren Zähnen (dicke Lippe war immer noch) lief auf Druck der Eiter raus. Sie riet uns zur Euthanasie, wozu wir uns dann schweren Herzens durch gerungen haben.

Der Grund für die Euthanasie war, dass das Fleisch nicht mehr reparabel ist und uns der Gismo verhungern würde, da er kaum noch zum Kauen fähig war.

Wir haben jetzt unseren Gismo zur Pathologie geschickt, weil wir unbedingt wissen müssen, was es mit der Krankheit auf sich hat. Und die TA meinte, dass viele Befunden nur pathologisch nachweisbar sind. Es tut weh, dass er nicht bei den anderen sein kann. Aber vielleicht kann ich die letzten Beiden und unseren kranken Paul retten. Und vielleicht auch andere Kaninchen.

Die TA hatte heute den vagen "Verdacht gehegt", entweder Myxomatose oder Syphilis.

Ich danke Dir Tanya, für Deine netten Worte. Ich werde die Befunde hier auf dem Forum veröffentlichen. Man sagte mir, dass diese vor Mittwoch nicht da sein werden.

Liebe Grüße
  TopZuletzt geändert am: 30.08.2013 um 23:04 Uhr von schneewolke
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Nutzer: CyCy
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geschrieben am: 30.08.2013    um 23:20 Uhr   IP: gespeichert
Hallo,

ihr macht tatsächlich einiges durch. Erst einmal also: Es tut mir leid, dass ihr so viele Verlust habt hinnehmen müssen.

Eine sachliche Information vorab: EC ist nicht über einen Bluttest nachweisbar, auch wenn viele Tierarztpraxen das heute noch so handhaben.
Alles was nachweisbar ist, ist ob die Tiere Antikörper gegen den Erreger gebildet haben. Das tun sie natürlich, wenn sie mit dem Erreger mal in Kontakt gekommen sind, aber (und das ist die Krux) ob das Tier den Erreger auch tatsächlich trägt, oder ihn seinerzeit erfolgreich abwehren konnte, erfährt man daraus nicht. Manch ein Organismus bekämpft Krankheitserreger und bildet noch Monate oder Jahre danach die passenden Antikörper.
Und selbst wenn ein Tier EC trägt, und der Titerwert deshalb hoch ist, heißt das noch lange nicht dass Symptome auftreten und die Krankheit aktiv wütet.
Kurzum: Viel mehr als, ob Kontakt mit der Krankheit an irgendeinem Punkt in der Vergangenheit mal bestanden hat, kann ein Bluttest nicht aussagen.

Was mich interessieren würde, wenn du erlaubst: Sind die Tiere in irgendeiner Form verwandt oder kommen aus ähnlicher Zuchtstätte..?
Es klingt, als hättet ihr da in übermäßigem Maße Kieferprobleme.
Das, was deiner Flocke geschehen ist habe ich mti einem meiner ersten Kaninchen vor jahren erlebt (Abszessbildung im Schädel, Entzündung und später Absterben des Augapfels, schwere Schädigung des Gewebes im Schädelbereich und Euthanasie) - und auch das kann durchaus mit Kieferproblemen zusammenhängen (überlange Zahnwurzeln reizen bis zur Abszessentstehung). Gismo und Paul ebenfalls mit Zahnproblemen bzw Entzüdungen am Kiefer, und auch bei Wölkchen hast du zumindest eine Verdickung am Kinn festgestellt.

Ich frage mich, wie sie bei deinen Eltern untergebracht sind, bzw. ob sie dort anders gefüttert werden als sonst?
Nicht weil ich meine, dass das ein Auslöser ist, aber vielleicht ein beschleuniger? Denn dass so kurz aufeinander so viele Tiere schwer erkranken, ist fast schon unglaublich.

Ich wünsche euch alles Gute



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Nutzer: schneewolke
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geschrieben am: 30.08.2013    um 23:58 Uhr   IP: gespeichert
Ja, das mit EC habe ich auf Euren Seiten schon gelesen und mir so meine Gedanken gemacht. Aber man klammert sich immer an etwas, um Hoffnung zu haben.

Flocke ist ein Hermelin von einem Hermelinzüchter. Paul ist ein Teddy von einem Hobbyzüchter. Gismo, Pancha und Frodo sind die Kinder von denen.
Wölkchen und Marie sind Löwenköpfe und beide sind Geschwister.

Bisher hatten wir keine weiteren Zahnprobleme bei den anderen feststellen können.
Aber vielleicht bringt die jetzige Krankheit was mit, dass vorrangig die Erreger die Kopfregion angreifen. Der Genitalbereich ist bei allen sauber und ohne weitere Auffälligkeiten.

Auffällig ist bei allen der Eiter (immer im Kopfbereich) und die absolute Fressunlust von heute auf morgen. Die Symptome sind unterschiedlich.

Die Urlaubsfütterung ist gleich, mit Ausnahme, dass das Gras von einer anderen Wiese kommt.

Aber an den Beschleuniger habe ich auch schon gedacht.
1. Eine junge Katze im Urlaub, die sich als "Kaninchen" gefühlt hatte und ständig bei unseren Tieren war. Die Kaninchen haben sie akzeptiert, waren aber nervös (und mit Sicherheit auch gestresst), wenn diese mit ihnen spielen wollte.
2. Andererseits haben wir aufgrund des Hochwassers eine starke Mückenpopulation, die die Tiere auch noch nicht kannten. Den Auslauf können wir aufgrund der Größe nicht komplett abdichten.

Danke für Eure qualifizierten Fragen und Euer Mitdenken. Es tut gut in dieser Situation jemanden zum "Reden" und "Nachdenken" zu haben. Danke.
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Nutzer: CyCy
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geschrieben am: 31.08.2013    um 01:29 Uhr   IP: gespeichert
Hallo,

Hermeline sind ja nun durch die extremgezüchteten Köpfe ohnehin Kandidaten für Zahn/Kieferprobleme. Je nach Mischverhältnis bei der vererbung kann das auch für Nachfolger der ersten Generationen gelten. das passt leider speziell bei Flocke - wie gesagt: Zu lange zahnwurzeln bedingen häufig an einem gewissen Punkt im Leben eine Reizung im Schädelbereich, er dann eben zu Entzündungen und/oder Abszessen führen kann. Bei Tieren mit runden, kleinen Köpfen sind oft sogar "normale" Zahnwurzeln zu lang, wenn man den insgesamt sehr gering bemessenen Platz im Schädel betrachtet.
Bei Flocke würde ich das also ganz klar auf die Rasse schieben, eventuell bei Gismo ähnlich, wenn auch anders ausgeprägt. Wenn ich das richtig verstanden habe, wurde bei ihm nur ein Thoraxröntgen gemacht, richtig?


Weiterhin schleierhaft bleibt mir das extrem zeitnahe Auftreten. Bei zwei Tieren mag das mal sein, vielleicht auch bei drehen - aber vier ist schon ein selten schlechtes Los...
Das Problem bei Stress als Katalysator sehe ich darin, dass hier kaum direkt mit Immunschwäche verbundene Erkrankungen aufgetreten sind (Infekte, Parasitenbefall, bakterielle Erkrankungen,..). Auch wenn Krankheit immer mit dem Immunsystem zusammenhängt, so sind manche Dinge ja einfach näher mit Stress verbunden, als andere.

Alles Gute, erst einmal



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"Autor"  
Nutzer: Nachtschwarz
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geschrieben am: 31.08.2013    um 11:47 Uhr   IP: gespeichert
Ich habe jetzt hin und her überlegt, aber so richtig passen, will nichts zu euren Sympthomen. Nur eine sehr ausgefallenen Sache ist mir noch eingefallen, gibt es im Garten deiner Eltern, bei euch oder in der Nähe der Wiesen wo das Futter geholt wurde, Eichen?

Es soll ziemlich krasse Reaktionen geben beim Kontakt mit den Nesselhaaren des Eichenprozessionsspinners, aber das wäre jetzt ein extrem seltenes Phänomen und ich werfe es nur in den Raum, weil es auch für Menschen durchaus gefährlich wäre.

CIR - Caroline mit Iskander & Roxana


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"Autor"  
Nutzer: Momomaus
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geschrieben am: 31.08.2013    um 19:21 Uhr   IP: gespeichert
Ich würde jetzt auf jeden Fall eins der Toten Tiere mal in die Patho bringen und dort das volle Programm untersuchen lassen.


Und natürlich die Plüschnasen Schokino, Emil & Molly

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Nutzer: schneewolke
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geschrieben am: 01.09.2013    um 08:27 Uhr   IP: gespeichert
Eichen stehen nicht an der Wiese. Und ich denke, dass würde man bereits als Mensch merken, wenn man das Gras anfasst und einpackt.

Ich finde die Richtung, in die CyCy denkt, gar nicht so abwegig. Vielleicht lag wirklich was Verborgenes vor (Marie -> Niere, Wölkchen -> Lunge ...). Und der Streß sowie ein nicht intaktes Immunsystem haben eine "Kettenreaktion" ausgelöst.

Momentan sieht es für die letzten beiden gesunden Tiere, gut aus. Ich habe sie gestern kontrolliert und habe nichts Auffälliges entdecken können. Auch unser dicker Teddy Paul kommt mit seinen nicht vorhandenen Zähnen ganz gut klar (besser als ich erwartet hatte).

Wir habe das ganze Kaninchenhaus und den Auslauf gesäubert. Ich könnte mich jetzt jeden Tag in Arbeit ertränken, um nicht so viele freie Gedanken zu haben.

Es sieht so traurig aus, wie verloren die Letzten in dem großen Auslauf sitzen. Mir bleibt immer das Herz stehen, wenn ich sie nicht gleich entdecke.

Naja, wir warten jetzt auf den Befund aus der Pathologie. Ich werde Euch berichten, was dabei herausgekommen ist.

Liebe Grüße
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"Autor"  
Nutzer: schneewolke
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geschrieben am: 01.09.2013    um 08:36 Uhr   IP: gespeichert
Ich habe noch eine Frage. Hat jemand Erfahrungen mit immunstärkenden Mitteln?
Ist es sinnvoll, wenn man diese als Kur prophylaktisch verabreicht?

Ich habe mir jetzt Umijo Pet von Alfavet und Bronchoplex von goVet gekauft.

Über Eure Ratschläge würde ich mich sehr freuen. Danke.
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Nutzer: kleopaja
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geschrieben am: 01.09.2013    um 09:20 Uhr   IP: gespeichert
Ich habe vor Jahren drei Nins innerhalb von 6 Monaten an E.C. verloren und kann teilweise die Krankheitsentwicklung von Deinen Nins und das Sterben wiedererkennen. Bei meinen Nins ging der E.C.-Ausbruch mit einer Infektion einher.

Ein Nin hatte einen fiebrigen Darminfekt und verstarb dann einige Tage später. Kurz vor dem Tod zeigte er schließlich Symptome eines Schlaganfalls - er starb in Krämpfen auf dem Behandlungstisch.

Das andere Nin bekam 2 Ohrenentzündungen, dann eine Lungenentzündung und zeigte auf dem Heimweg vom TA dann pötzlich neurologische Ausfälle und starb auf dem Weg in die TK in meinem Armen.

Das andere Nin war chronisch krank (Reflux) und bekam klassisch gelähmte Beine und wurde eingeschläfert.

Gemein war eine allgemeine Immunschwäche und Infektanfälligkeit meiner verstorbenen Nins vor dem "klassischen" E.C. Ausbruch mit Lähmungen/ neurologischen Ausfällen. Mit erkennen der neurologischen AUsfälle war es bei mir zu spät die E.C. noch in den Griff zu bekommen.

Meine überlebenden Nins wurden per Bluttest untersucht - von keinem E.C.-Titer bis zu einem Befund E.C. hatte ich alles in der Truppe. Wir haben schließlich alle Nins gegen E.C. behandelt.

Und Stress - Fahrt zum TA etc. hat den Verlauf der Krankheit bei mir so beschleunigt, dass die Nins mir in den Händen weggestorben sind. Seit dem weiß ich, dass Infekte, Organversagen tatsächlich schon ein E.C.-Ausbruch sein können.

Das hat Dir jetzt leider nicht geholfen - wg. Immunstärkung. Ich würde mit einem TA beraten, ob eine E.C.-Behandlung der überlebenden Nins sinnvoll wäre und auch auf mein Gefühl hören. Dann würde ich mich bzgl. Immunstärkungen informieren und ggf. auch hier einen Profi, also THP in Anspruch nehmen.

Ansonsten kenne ich Echinacea, Zylexiskuren - kenne ich bei Schnupfen. Thuja bekommt mein chron. krankes Nin von der THP.



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"Autor"  
Nutzer: Bacu
Status: Megahase
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geschrieben am: 01.09.2013    um 10:46 Uhr   IP: gespeichert
Ich habe bei meinen Tieren zur allgemeinen Stärkung China d4 angewendet und gute Erfolge gehabt. Aber ich würde das nur mit Absprache eines THP anwenden.
Viele Grüße Bacu

Barnebie, Cuba, Malu und Gismo, für immer geliebt und in meinem Herzen
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"Autor"  
Nutzer: schneewolke
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geschrieben am: 01.09.2013    um 14:33 Uhr   IP: gespeichert
Danke Kleopaja für deinen Bericht.

Wenn ich ihn so lese, entdecke ich tatsächlich einige Parallelen. Seit ich mir die Sachen hier auf der Homepage mit E.C durchgelesen habe, glaube ich auch nicht mehr an die Objektivität des einen Befundes.

Ich werde mit dem TA nochmal darüber sprechen. Zumal er auch gesagt hatte, dass E.C. in unserem heutigen Kaninchenbestände stark verbreitet ist.

Ist nach der Behandlung nochmals ein Krankheitsfall bezüglich E.C. bei deinen Kaninchen aufgetreten? Sind gesunde (ohne Titer) Tiere genauso behandelt worden wie die mit positiven Nachweis?

Liebe Grüße Schneewolke



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"Autor"  
Nutzer: FriedosMum
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Anzahl Nachrichten: 281

geschrieben am: 13.09.2013    um 14:57 Uhr   IP: gespeichert
Hallo,

sag mal wie geht es deinen Beiden???
Ich hoffe es ist wieder Ruhe bei euch eingekehrt und du kannst wieder mit einem Lächeln in dein Gehege schauen.

Lieben Gruß,
Mel

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Könntet ihr doch sprechen und uns euer Leid klagen, dann wären wir nicht so hilflos
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Nutzer: itsonlyme
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geschrieben am: 14.09.2013    um 00:51 Uhr   IP: gespeichert
Das würde mich als Mitleser auch interessieren...ich hoffe den beiden geht es gut??!!
Grüße von Elfi und Enneken sowie den Miezen Romulus und Remus

Ruhe in Frieden, Teddy, mein kleiner Engel...ich werde dich nie vergessen...dein Verlust schmerzt...

Nie vergessen: Macho, La Blanche, Rocky, Morpheus und mein kleiner Seraph....
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