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Helios hat bds. eitrige Ohrenentzündung

Nutzer: Goldiemaus
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geschrieben am: 07.01.2019    um 18:34 Uhr   IP: gespeichert
Hallo Ihr lieben,
Ich hatte mich lange nicht mehr gemeldet, da meine ehemaligen Problemhasis leider über die RBB gehoppelt sind, und meine neuen bisher gesund waren.

Leider jetzt nicht mehr. Mein "kleiner" Deutscher Widder Helios (6,3kg schwer) hat eine Ohrenentzündung beidseits.
Es wurde am 31.12.18 diagnostiziert, weil ich so eine Art Krusten in den Ohren sah und dachte es ist wieder die Ohrräude, welche er ca 2 Monate zuvor hatte und die unter Therapie schnell vorbei war. Doch diesmal stellte der TA Eiter in beiden Ohren fest. Das Trommelfell war nicht sichtbar, weil dafür zuviel Eiter drin war, auch nach einer Ohrspülung. Ein äußerlicher "Knubbel" ist nicht tastbar.

Ich spüle jetzt täglich die Ohren (kommt fast nichts bis gar nichts raus), er bekommt 2xtägl. Baytril und Ohrentropfen (mit AB, was gegen Pilze und Cortison) und natürlich Schmerzmittel und Bene Bac.

Jetzt rief der TA grade an und teilte mir mit, dass beim Abstrich Pseudomonas oryzihabitans rauskam, dass gegen fast alles resistent ist (vor allem Penicillin). Aber Baytril wirkt wohl.
Am Donnerstag habe ich einen Termin bei meinem Kaninchenerfahrenen Haustierarzt bekommen und bin jetzt aber schon voller Fragen. Ich will auf jeden Fall ein Röntgenbild ansprechen, um zu gucken ob das Mittelohr mitbetroffen ist.

1. Kennt sich jemand mit Pseudomonas aus und hat den Keim schonmal erfolgreich bekämpft? Ich lese nur schlimmes im Internet

2. Mir wurde gleich am Anfang gesagt, dass es wahrscheinlich auf eine Operation hinausläuft. Auch darüber habe ich schon gelesen und obwohl es verschiedene gibt, scheint jede eine hohe Komplikationsrate zu haben und wenig erfolgschancen. Hat jemand erfahrungen mit diesen OPs? Ich werde da auch auf jeden Fall die Zweitmeinung meines Haustierarztes holen.

3. Währe es sinnvoll darauf zu bestehen eine Ohrenspülung in Narkose zu machen? Wenn ich spüle kommt nichts raus und in meiner Vorstellung muss der Eiter ja irgendwie raus (der macht ja nicht einfach "puff" und löst sich auf). Auch weil die Ohrentropfen doch gar nicht wirken, wenn sie nicht ankommen.

4. Er hat seit ca 1 Jahr einen grauen Star auf beiden Augen, recht plötzlich. Könnte es vorstellbar sein, dass er durch den Keim kommt und schon so lange im Körper ist?

Ich habe grade echt Angst um meinen kleinen dicken. Vor allem da ich soviel grauenvolle Dinge über die Ohrenentzündung lese und es fast als infauste Prognose erscheint. Wobei er gut frisst und auch munter durch die Gegend hoppelt.

Vielen Dank schonmal für eure Antworten.

Lg Janina, Helios, Mila

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Nutzer: Nicole1904
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geschrieben am: 07.01.2019    um 19:43 Uhr   IP: gespeichert
Zitat von: Goldiemaus


1. Kennt sich jemand mit Pseudomonas aus und hat den Keim schonmal erfolgreich bekämpft? Ich lese nur schlimmes im Internet

2. Mir wurde gleich am Anfang gesagt, dass es wahrscheinlich auf eine Operation hinausläuft. Auch darüber habe ich schon gelesen und obwohl es verschiedene gibt, scheint jede eine hohe Komplikationsrate zu haben und wenig erfolgschancen. Hat jemand erfahrungen mit diesen OPs? Ich werde da auch auf jeden Fall die Zweitmeinung meines Haustierarztes holen.

3. Währe es sinnvoll darauf zu bestehen eine Ohrenspülung in Narkose zu machen? Wenn ich spüle kommt nichts raus und in meiner Vorstellung muss der Eiter ja irgendwie raus (der macht ja nicht einfach "puff" und löst sich auf). Auch weil die Ohrentropfen doch gar nicht wirken, wenn sie nicht ankommen.
Über den Keim kann ich dir leider nichts sagen aber wenn eine OP Raum steht, die Stiftung TiHo in Hannover soll sehr viel Erfahrung haben.

Ich kann Dir nur empfehlen, dich auf FB entweder bei der EC Gruppe oder es gibt bestimmt auch eine Gruppe eine für Ohren umzuhören, dort gibt es auch viele Klinik Empfehlungen.

Zu Ohrenspülung, wenn das Mittelohr betroffen ist bringt dir das vermutlich nicht viel. Daher würde ich erstmal bildgebende Diagnostik machen lassen, zur Not auch ein Wach CT, das bieten viele neuerdings an. Damit du weißt wohin die Reise geht.
Ich drück dir die Daumen, das ist eine nicht schöne Diagnose.
Gruß Nicole
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Nutzer: Gretchen
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geschrieben am: 07.01.2019    um 22:20 Uhr   IP: gespeichert
Zitat von: Goldiemaus
1. Kennt sich jemand mit Pseudomonas aus und hat den Keim schonmal erfolgreich bekämpft? Ich lese nur schlimmes im Internet

2. Mir wurde gleich am Anfang gesagt, dass es wahrscheinlich auf eine Operation hinausläuft. Auch darüber habe ich schon gelesen und obwohl es verschiedene gibt, scheint jede eine hohe Komplikationsrate zu haben und wenig erfolgschancen. Hat jemand erfahrungen mit diesen OPs? Ich werde da auch auf jeden Fall die Zweitmeinung meines Haustierarztes holen.

3. Währe es sinnvoll darauf zu bestehen eine Ohrenspülung in Narkose zu machen? Wenn ich spüle kommt nichts raus und in meiner Vorstellung muss der Eiter ja irgendwie raus (der macht ja nicht einfach "puff" und löst sich auf). Auch weil die Ohrentropfen doch gar nicht wirken, wenn sie nicht ankommen.

4. Er hat seit ca 1 Jahr einen grauen Star auf beiden Augen, recht plötzlich. Könnte es vorstellbar sein, dass er durch den Keim kommt und schon so lange im Körper ist?
1. Dass Penicillin nicht wirkt, aber Baytril wurde konkret bei euch so ausgetestet, oder? Das ist doch schon mal eine Info, mit der sich weiterarbeiten lässt. Mit dem Erreger habe ich leider keine Erfahrungen, aber Ohrentzündungen hatte ich hier auch schon bei zwei Widdern.

2.+3. Wie die weitere Behandlung aussieht, richtet sich nach eurem konkreten Fall und wie weit die Entzündung schon nach "innen" vorgedrungen ist. Dafür würde ich auf jeden Fall den Kopf röntgen lassen. Bei Bedarf bzw. unklarem Befund kann der Tierarzt sich das auch im CT anschauen.
Aber Du hast natürlich recht, wenn der Eiter im Gehörgang steht, kann das Antibiotikum nicht da ankommen, wo es wirken soll. Da sollte der Tierarzt mal schauen, wie er da (soweit eben möglich) Abhilfe schaffen kann.

4. Puh, davon dass Pseudomonas grauem Star verursacht, habe ich noch nichts gehört/gelesen. Warst Du deswegen mal bei einem auf Augen spezialisierten Tierarzt? Dann würde ich dort einfach mal nachhaken, was er dazu meint.
Liebe Grüße von Manu mit Holly & Fetti
für immer im Herzen: Flöckchen, Moppi, Pienchen, Maja, Bobelix und Norbi
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Nutzer: Goldiemaus
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geschrieben am: 08.01.2019    um 19:14 Uhr   IP: gespeichert
Danke schonmal für eure Antworten.

An Nicole:
Vielen dank für den Tipp mit Hannover. Das ist schonmal gut zu wissen.
Und das Röntgen Bild werde ich erstmal machen lassen. Diese Ungewissheit, ob das Mittelohr betroffen ist oder nicht, ist wirklich nicht schön. Falls eine OP unabwendbar ist, werde ich mich auch mal in den EC Foren umgucken.

An Manu:
Ja, dass Baytril wirkt und Penicillin nicht, wurde in einem Antibiogramm nachgewiesen. Ich habe das Antibiogramm auch bei mir zu Hause und nehme es Donnerstag mit zu meinem Haustierarzt. Laut dem ersten TA gibt es nur 2 für Kaninchen zugelassene AB die sensibel sind.
Waren deine beiden Ohrenentzündungen auch eitrig gewesen? Und hast du sie therapiert bekommen? Der Eiter macht mir so starke Sorgen, weil die Konsistenz so hart ist und ich damit nur schlechte Erfahrungen hatte.

Bei einem spezialisierten Augenarzt war ich bisher noch nicht. Wir hatten aufgrund seines Alters (damals 3 Jahre) vermutet, dass es entwas genetisches ist. Vorallem da der Hobbyzüchter mir damals erzählt hatte, dass er versucht eine Züchtung zu bekommen mit blauen Augen und darauf ziemlich fixiert gewesen war. Deswegen dachten wir, dass er es übertrieben hatte.

Vielen Dank für eure lieben Antworten. DAs einzige was mich jeden Tag aufbaut, ist das es Helios gut geht. Er frisst richtig gut (wie ein Scheunendrescher) und ist putzmunter. Nur ich bin jetzt bei ihm äußerst unbeliebt wegen der vielen Medikamentengaben und Ohrspülungen. Sobald ich ihn anfasse macht er eine Kehrtwendung und haut ab. Aber so lange es ihm hilft nehme ich das gerne in kauf

Lieben Gruß
Janina, Helios, Mila
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Nutzer: Gretchen
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geschrieben am: 08.01.2019    um 21:40 Uhr   IP: gespeichert
Zitat von: Goldiemaus
Waren deine beiden Ohrenentzündungen auch eitrig gewesen? Und hast du sie therapiert bekommen? Der Eiter macht mir so starke Sorgen, weil die Konsistenz so hart ist und ich damit nur schlechte Erfahrungen hatte.
Ja, eitrig war es in beiden Fällen. Mein erstes Kaninchen mit Mittelohrentzündung habe ich schon damit übernommen. Es war sehr schlimm. Bei der ersten Ohrspülung hat er die ganze Praxis zusammengeschrien. Bei ihm wurde das Ohr dann grundsätzlich beim Tierarzt unter Narkose und Schmerzmittel gespült. Zusätzlich hat er lokal und systemisch (zunächst Baytril, zuletzt Duphamox gemäß Antibiogramm) Antibiotika erhalten. Da diese Behandlungen nicht erfolgreich waren, wurde ein CT gemacht um die Aussichten einer OP abschätzen zu können. Leider wurde dem aufgrund der fortgeschrittenen Erkrankung keine Chance mehr eingeräumt, so dass ich ihn erlösen lassen musste.

Mein aktuelles Widdermädchen hatte vor einiger Zeit mal eine Ohrentzündung mit E.coli. Auch eitrig, aber weit weniger schlimm. Während es im Röntgen so aussah, als wäre das Mittelohr betroffen, hat man dann im CT (nach abgeschlossener Behandlung) gesehen, dass kein Eiter in den Bullae (die Hohlwände hinter'm Trommelfell) vorliegt. Seither lasse ich die Ohren regelmäßig kontrollieren. Die Entzündung war bei ihr ein Zufallsbefund, ich habe am Verhalten absolut nichts bemerkt.

Ganz grundsätzlich ist die Prognose gut, wenn nur der Gehörgang betroffen ist. Schwierig wird es immer da, wo die Entzündung bereits im Mittelohr sitzt und der zähe Eiter in den Bullae vorliegt. Man kann sich das ähnlich vorstellen wie bei einem Abszess. Der Eiter ist zu zäh, um selbst dort abzufließen. Mittels verschiedener OP-Formen kann man einen Zugang zu diesem Bereich schaffen, um regelmäßig spülen zu können. Rezidive und auch Komplikationen sind leider nicht so selten. So dass ich da wirklich nur empfehlen kann, wenn man eine OP in Betracht zieht/ziehen muss, lieber etwas weiter zu einem diesbezüglich versierten Tierarzt zu fahren.

Ich drücke euch ganz feste die Daumen, dass bei Helios nur der Gehörgang (also der Bereich bis zum Trommelfell) betroffen ist.
Liebe Grüße von Manu mit Holly & Fetti
für immer im Herzen: Flöckchen, Moppi, Pienchen, Maja, Bobelix und Norbi
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Nutzer: Goldiemaus
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geschrieben am: 11.01.2019    um 16:15 Uhr   IP: gespeichert
Gute Nachrichten!!!

Gestern beim Tierarzt wurde kein Eiter mehr gesehen. Die Gehörgänge waren frei und das Trommelfell konnte eingesehen werden und war intakt. Der TA hat sogar einen Abstrich aus beiden Ohren entnommen und den selbst eingefärbt und unterm Mikroskop betrachtet.
Der Erreger der da war (Pseudomonas) sind Stäbchen Bakterien. Doch er hat unterm Mokroskop nur Kugeln (Kokken) gesehen und keine Stäbchen. Und die Kugeln sind wohl normal.

Aufgrund dem intakten Trommelfell und dem normalen Verhalten von Helios haben wir kein Röntgen gemacht, da er meine das es höchst unwahrscheinlich ist, dass bei diesen Befunden das Mittelohr mitbetroffen ist (dann sind die Kaninchen wohl "richtig krank", fressen nicht und hoppeln nicht herum).

Ich bin so erleichtert und so froh, vorallem da mein TA ebenfalls meinte, dass die Mittelohr OPs eine sehr schlechte Prognose haben (er operiert das auch nicht, obwohl er ein sehr guter und erfahrener Chirurg ist).
Das AB geben wir noch 2 Wochen weiter um ganz sicher zu gehen, da es ein multiresistenter Keim war, der normalerweise schlecht therapierbar ist.

Ich bin grad einfach nur glücklich und wollte euch auch mal eine schöne Nachricht mitteilen
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Nutzer: Gretchen
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geschrieben am: 11.01.2019    um 19:38 Uhr   IP: gespeichert
Ui, das sind ja gute Nachrichten so kurz vor'm Wochenende.
Liebe Grüße von Manu mit Holly & Fetti
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