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Absolute Horrorwoche wegen einem meiner Kaninchen

Nutzer: Waldläufer
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geschrieben am: 17.02.2019    um 20:52 Uhr   IP: gespeichert
Hallo,

wegen einem meiner Kaninchen hatte ich eine absolute Horrorwoche.

Es fing vergleichsweise harmlos an, als ich einen ganz enormen Matschkotbollen an seinem Po entdeckte (am Freitag, den 8. Februar). Es sah ein wenig so aus, als wenn sich sein kompletter Darm entleert hatte. Aufgrund dessen, dass meine Tierarztpraxis am Samstag (9. Februar) Notdienst hatte, ging ich sofort hin. Die Tierärztin entfernte den Kot und meinte, dass es nichts schlimmes sei und es dem Kaninchen gut geht, da es recht munter und agil war.

Am Sonntag (10. Februar) verschlechterte sich jedoch sein Gesundheitszustand erheblich. Es lag nur rum und aß nichts. Also ging ich am Montag (11. Februar) wieder in die Tierarztpraxis und es wurde eine Aufgasung (Trommelsucht) festgestellt.

Die nächsten Tage musste ich ihn alle zwei Stunden mit Critical Care zwangsversorgen. Morgens fuhr ich immer mit dem Bus zur Tierarztpraxis, damit er untersucht und beobachtet wird. Danach lief die acht Kilometer nach Hause zurück (die Busfahrkarte ist teuer und ich bekomme nur eine kleine Rente). Nachmittags lief ich wieder acht Kilometer zur Tierarztpraxis und fuhr mit ihm im Bus wieder zurück. Dies mit dem Critical Care war zunächst ein enormer Kampf und es landete mehr an der Wand als im Mund. Zwischenzeitlich geht es jedoch einigermaßen.

Bei der Tierarztpraxis wurde alles mögliche untersucht. Die Zähne sind in Ordnung und der Kot soll auch in Ordnung sein. Es wurde ein Ultraschall gemacht, der jedoch ohne Befund war. Ebenso waren auch die Röntgenaufnahmen ohne Befund. Blut wurde auch abgenommen und war ebenso ohne Befund. Es wurde nur ganz leichter Blasengries festgestellt, was aber laut der Tierärztin viele Kaninchen haben.

Trotzdem liegt er nur immer an der selben Stelle und isst nur minimal. Entsprechende Kraft und Energie hat er, aber dies liegt wohl vor allem an der Zwangsversorgung.

Für mich ist das Ganze auch eine enorme Belastung und geht an meine Grenzen. Ich habe wegen epileptischen Anfällen und Depressionen einen dauerhaften Schwerbehindertenausweis von 70 Prozent. Zudem bekomme ich deswegen auch dauerhaft eine kleine Erwerbsminderungsrente. Durch das ständige Aufstehen in der Nacht ist mein Schlafrhythmus völlig durcheinander und ich kann gar nicht mehr schlafen. Dies und der Stress ist eigentlich das reinste Gift wegen den epileptischen Anfällen. Es kann sein, dass es mich auch irgendwann umhaut und ich irgendwo einige Stunden wo liege. Zudem musste ich deswegen auch zwei Mal spucken und habe nun dauernd Durchfall. Unterstützung habe ich leider keine.

Wenn dann ein Kaninchen stirbt bin ich am Boden zerstört und mache mir große Vorwürfe deswegen. So muss ich zum Beispiel an mein Kaninchen, welches vor vier Jahren verstorben ist auch bis heute ständig denken.

Ich frage mich, ob es für meine Kaninchen und mich gut ist, dass ich sie habe. Wenn sie gesund sind, ist alles in Ordnung und sie sind eine richtige Bereicherung. Wenn jedoch irgendetwas ist, komme ich eben schnell an meine Grenzen. Eventuell wäre es besser, wenn ich sie abgebe, aber sie sollen zu jemanden kommen, der sie genau so liebt wie ich und es soll auch keinen Fall eine Verschlechterung für sie sein. Glücklicherweise ist nur eines krank. Was wäre aber wenn plötzlich alle vier Probleme hätten?

Was kann das Kaninchen haben? Es wurde so viel untersucht sowie gemacht (Zähne, Kot, Blut, Röntgen, Ultraschall) und eigentlich war alles ohne Befund. Es wurde nur ein leichter Blasengries festgestellt, was angeblich viele Kaninchen haben. Drei Tierärztinnen in meiner Praxis haben sich mit ihm beschäftigt. Es bekommt Critical Care, Rodi Care uro, Rodi Care Appetit und Schmerzmittel. Trotzdem liegt es nur rum und isst minimal.

Die Rechnung beläuft sich auf mittlerweile 300,- €. Dies ist eigentlich wohl sehr günstig, wenn man bedenkt, was alles gemacht wurde. Aber mit meiner kleinen Rente ist es schon eine Belastung. Obwohl die finanzielle Situation noch das kleinste Problem ist.

Wenn jemand hilfreiche Tipps geben kann, was mit dem Kaninchen ist, wäre ich sehr dankbar. Ich bedanke mich schon jetzt für die Mühe und wünsche eine gute Zeit.

Mit freundlichen Grüßen,
In lieber Erinnerung an meine Ida. Sie war ein ganz besonderes und sehr liebes Kaninchen. Bedauerlicherweise wurde sie nur knapp zwei Jahre alt und war nur fünf Monate bei mir.
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Nutzer: Charly2020
Status: Oberhase
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Registriert seit: 24.03.2018
Anzahl Nachrichten: 150

geschrieben am: 17.02.2019    um 22:39 Uhr   IP: gespeichert
Hallo,

ich habe selbst ein Kaninchen das gerne mal aufhört zu fressen, wenn irgendwas nicht in Ordnung ist und oftmals haben wir keine Ursache gefunden!
Wenn er eine Aufgasung hatte ist Rodicare akut ganz gut und gibst oder hast Du Dimeticone oder Sab Simplex gegeben? Päppeln ist wichtig, aber ich denke das alle 3-4 Stunden reichen würde. Wieviel gibst Du denn pro Mahlzeit und hast Du schon mal versucht, ob er den Brei vielleicht auch alleine frißt? Im Internet gibt es auch Herbicare Päppelpulver, das manche Kaninchen lieber mögen als CC. Eine günstige Alternative sind auch eingeweichte Cuni Complete Röllchen. Ich mische das Päppelpulver immer mit Babybrei (Pastinake) so frißt meine das meistens von alleine und ich muß sie nicht so sehr stressen.
Für die Ursachenfindung...wie alt ist Deiner denn? Wenn er schon älter ist, wäre Arthrose eventuell noch eine mögliche Ursache. Vielleicht hat er Schmerzen! Lebt er draussen oder drinnen?
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Nutzer: Gretchen
Status: SR-Team
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Registriert seit: 02.05.2009
Anzahl Nachrichten: 7551

geschrieben am: 18.02.2019    um 21:58 Uhr   IP: gespeichert
Guten Abend!
Hui, da wurde wirklich schon einiges untersucht. Wie schaut es denn aktuell aus, würdest Du sagen er hat gar keinen rechten Appetit oder hat er schon Interesse, gibt dann aber schnell auf mit dem Fressen? Ist er aktuell noch aufgegast und schaut der Kot normal aus? Da schon so viel untersucht wurde und so gar kein Anhaltspunkt da ist, würde ich aktuell eher dazu raten, alle bisherige Diagnostik noch einmal von einem wirklich versierten und kaninchenkundigen Tierarzt querchecken zu lassen. Idealerweise kann Dir Dein Tierarzt da jemanden empfehlen und alle bisher vorgenommenen Aufnahmen und Diagnosen mal dorthin zur Beurteilung schicken. Wenn nicht, schreib' mir gern eine Mail an manuela@sweetrabbits.de dann kann ich Dir auch ein paar Vorschläge schicken.

Es tut mir sehr leid, dass es Dir zusätzlich auch selbst nicht gut geht und Du so viel auf Dich nehmen musst. Ob es für Dich einfacher und leichter ohne Kaninchen wäre, kannst letzten Endes nur Du selbst entscheiden. Sorgen machen wir uns letzten Endes alle, wenn es den Kleinen nicht gut geht. Aber in Summe und auf lange Sicht sollten die Langohren aus meiner Sicht mehr Freude machen als Kummer. An Deiner Stelle würde ich wohl einfach mal ganz in Ruhe überlegen, welche Gefühle da für Dich überwiegen. Ich drück' Dich mal ganz feste.
Liebe Grüße von Manu mit Holly & Fetti
für immer im Herzen: Flöckchen, Moppi, Pienchen, Maja, Bobelix und Norbi
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