Ist es einmal soweit gekommen, muß man die Häsin und das Nest mit dem Nachwuchs vom Rest der Gruppe abtrennen (besonders vom Vater, da Häsinnen direkt nach der Geburt wieder trächtig werden können!). Das Nest sollte man nach Möglichkeit nicht anfassen oder dessen Position verändern. Die Trennung dient dem Schutz der Jungtiere vor möglichen Aggressionen des Rammlers und verschafft der Häsin die benötigte Ruhe für die Aufzucht.
Auch wenn es ein weit verbreiteter Wunsch ist, einmal Kaninchennachwuchs zu haben und sich leider auch weiterhin hartnäckig das Gerücht hält, daß eine Schwangerschaft einer Häsin gut tut und die Hormone beruhigt, so raten wir dringend davon ab. Es gehören einige Erfahrung und Wissen dazu, eine Häsin decken zu lassen, damit durch Inzucht vererbte Zahnfehlstellungen und genetische Defekte vermieden werden. Die Geburt und Aufzucht der Jungen bedeuten Streß für die Häsin, die teilweise auch damit überfordert sein kann, wenn sie selbst zu jung ist.
Der Nestbau unterscheidet sich nicht von dem einer Scheinschwangerschaft (siehe Fotodokumentation Scheinschwangerschaft / Nestbau).
Der Unterschied zur Scheinschwangerschaft ist der, daß das Nest auch wirklich zu seinem eigentlichen Zweck genutzt wird.
Nach einer Tragzeit von durchschnittlich 28-33 Tagen kommen meistens zwischen 4 und 10 Jungtiere zur Welt, gelegentlich sind es auch weniger, im Schnitt sind es 5-6. Die Geburt findet meistens Nachts oder in den frühen Morgenstunden statt, wenn die Häsin ungestört ist. Direkt nach der Geburt werden die Kleinen von der Mutter abgenabelt und abgeleckt, dadurch werden sie gesäubert und getrocknet, der Kreislauf wird angeregt und Mutter und Kind stellen eine Bindung zueinander her. Die Nachgeburt wird von der Mutter gefressen.
Es sollte eine erste vorsichtige Nestkontrolle durchgeführt werden und ggf. tote Jungtiere aus dem Nest entfernt werden, ebenso möglicherweise nicht gefressene Nachgeburtenreste. Wenn sich ein Jungtier außerhalb des Nestes befindet, muß es vorsichtig zu den anderen gelegt werden, denn die Mutter wird es nicht ins Nest tragen, und außerhalb hat es keine Überlebenschance, da die Mutter ausschließlich im Nest säugt.
Die Jungtiere kommen mit geschlossenen Augen und "nackt" bzw. mit nur sehr spärlichem Fell zur Welt und sind Nesthocker. Gewärmt werden sie durch das dick gepolsterte Nest und durch das Aneinanderkuscheln. In der Regel werden die Jungen nur 1-2 Mal am Tag gesäugt, meistens in der Nacht oder den frühen Morgenstunden, wenn die Häsin sich unbeobachtet fühlt. Danach wird das Nest gleich wieder verlassen. In freier Wildbahn befindet sich das Nest in gegrabenen, unterirdischen Bauten, die nach dem Säugen von der Mutter verschlossen werden, um den Nachwuchs vor Freßfeinden zu schützen. Dieser Urtrieb setzt sich häufig auch bei den domestizierten Hauskaninchen fort und die Häsin versucht das Nest "zuzubuddeln".
Die Häsin scheint das Nest zu ignorieren - dieses Verhalten ist normal und dient dazu, möglichen Freßfeinden nicht den Standort des Nestes zu verraten. Bei sehr jungen und unerfahrenen Häsinnen kann es vorkommen, daß sie mit der Situation überfordert sind und nicht wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Hier ist schnelles Handeln erforderlich, dann müssen die Jungtiere von Hand aufgezogen werden, was sehr zeitintensiv ist und leider trotz aufwendiger Bemühungen nur selten von Erfolg gekrönt ist.
Eine genaue Anleitung zur Handaufzucht von Kaninchenbabies ist hier zu finden: Handaufzucht Kaninchen
Eine tägliche Kontrolle der Jungtiere ist erforderlich - warm und mit prall gefüllten Bäuchen ist die Welt in Ordnung. Jedoch sollte eine Berühung so kurz wie möglich sein und am besten die Hände vorher mit benutzter Einstreu eingerieben werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sie von der Mutter verstoßen werden. Es ist ratsam, das Nest anschliessend mit der Wolle der Mutter wieder gut zu bedecken, um die Jungtiere warm zu halten.
Etwa ab dem 3. Tag treten erste Haarspitzen aus der Haut, man kann schon die spätere Zeichnung erkennen. Mit ca. 10-12 Tagen beginnen die Jungen die Augen zu öffnen, auch das Fell ist nun komplett ausgebildet.
In seltenen Fällen wagen sich einige ganz unternehmungslustige Jungtiere schon sehr früh aus dem Nest und erkunden die Umgebung - normal geschieht dies ca. ab der 2. - 3. Woche.
Mit 3-4 Wochen verlassen die Kleinen für immer länger werdende Ausflüge das Nest, erkunden neugierig die Umgebung und spielen mit ihren Geschwistern. Auch fangen sie nun an, neugierig an fester Nahrung wie Heu, Stroh und z.T. auch schon Frischfutter zu knabbern.
Die Milchaufnahme beim Säugen wird weniger, bei sehr kleinen Würfen kann es sogar vorkommen, daß jetzt schon ganz abgestillt wird.
Die Aufenthalte außerhalb des Nestes werden länger und es wird viel gekuschelt, auch mit der Mama.
Mit ca. 6-8 Wochen sind die Kleinen dann selbständig, sollten aber bis zur 8. bis 10. Woche bei der Mutter bleiben. Sie lernen nun das Sozialverhalten, nehmen den Blinddarmkot der Mutter auf, um eine eigene gesunde Darmflora aufzubauen.
Ab der 8. Woche ist es möglich, die Jungtiere gegen Myxomatose und RHD zu impfen.
Da Zwergkaninchen etwa mit 12 Wochen geschlechtsreif werden, sollte man die vorhandenen Böckchen des Wurfes am besten bei einem kaninchenerfahrenen Tierarzt frühkastrieren lassen.
Ab der 8. Woche ist dies möglich und erspart dem Tier die 6-wöchige Kastrationsfrist. Wenn man nicht den Platz oder die Möglichkeiten hat, um den Nachwuchs selber zu behalten, kann man ihn nun in liebevolle Hände und ein artgerechtes neues Zuhause vermitteln.
Auch wenn es ein weit verbreiteter Wunsch ist, einmal Kaninchennachwuchs zu haben und sich leider auch weiterhin hartnäckig das Gerücht hält, daß eine Schwangerschaft einer Häsin gut tut und die Hormone beruhigt, so raten wir dringend davon ab. Es gehören einige Erfahrung und Wissen dazu, eine Häsin decken zu lassen, damit durch Inzucht vererbte Zahnfehlstellungen und genetische Defekte vermieden werden. Die Geburt und Aufzucht der Jungen bedeuten Streß für die Häsin, die teilweise auch damit überfordert sein kann, wenn sie selbst zu jung ist.
Das Nest
Der Nestbau unterscheidet sich nicht von dem einer Scheinschwangerschaft (siehe Fotodokumentation Scheinschwangerschaft / Nestbau).
Der Unterschied zur Scheinschwangerschaft ist der, daß das Nest auch wirklich zu seinem eigentlichen Zweck genutzt wird.
Geburt & Aufzucht
Nach einer Tragzeit von durchschnittlich 28-33 Tagen kommen meistens zwischen 4 und 10 Jungtiere zur Welt, gelegentlich sind es auch weniger, im Schnitt sind es 5-6. Die Geburt findet meistens Nachts oder in den frühen Morgenstunden statt, wenn die Häsin ungestört ist. Direkt nach der Geburt werden die Kleinen von der Mutter abgenabelt und abgeleckt, dadurch werden sie gesäubert und getrocknet, der Kreislauf wird angeregt und Mutter und Kind stellen eine Bindung zueinander her. Die Nachgeburt wird von der Mutter gefressen.
Es sollte eine erste vorsichtige Nestkontrolle durchgeführt werden und ggf. tote Jungtiere aus dem Nest entfernt werden, ebenso möglicherweise nicht gefressene Nachgeburtenreste. Wenn sich ein Jungtier außerhalb des Nestes befindet, muß es vorsichtig zu den anderen gelegt werden, denn die Mutter wird es nicht ins Nest tragen, und außerhalb hat es keine Überlebenschance, da die Mutter ausschließlich im Nest säugt.
Die Jungtiere kommen mit geschlossenen Augen und "nackt" bzw. mit nur sehr spärlichem Fell zur Welt und sind Nesthocker. Gewärmt werden sie durch das dick gepolsterte Nest und durch das Aneinanderkuscheln. In der Regel werden die Jungen nur 1-2 Mal am Tag gesäugt, meistens in der Nacht oder den frühen Morgenstunden, wenn die Häsin sich unbeobachtet fühlt. Danach wird das Nest gleich wieder verlassen. In freier Wildbahn befindet sich das Nest in gegrabenen, unterirdischen Bauten, die nach dem Säugen von der Mutter verschlossen werden, um den Nachwuchs vor Freßfeinden zu schützen. Dieser Urtrieb setzt sich häufig auch bei den domestizierten Hauskaninchen fort und die Häsin versucht das Nest "zuzubuddeln".
Die Häsin scheint das Nest zu ignorieren - dieses Verhalten ist normal und dient dazu, möglichen Freßfeinden nicht den Standort des Nestes zu verraten. Bei sehr jungen und unerfahrenen Häsinnen kann es vorkommen, daß sie mit der Situation überfordert sind und nicht wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Hier ist schnelles Handeln erforderlich, dann müssen die Jungtiere von Hand aufgezogen werden, was sehr zeitintensiv ist und leider trotz aufwendiger Bemühungen nur selten von Erfolg gekrönt ist.
Eine genaue Anleitung zur Handaufzucht von Kaninchenbabies ist hier zu finden: Handaufzucht Kaninchen
Eine tägliche Kontrolle der Jungtiere ist erforderlich - warm und mit prall gefüllten Bäuchen ist die Welt in Ordnung. Jedoch sollte eine Berühung so kurz wie möglich sein und am besten die Hände vorher mit benutzter Einstreu eingerieben werden. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sie von der Mutter verstoßen werden. Es ist ratsam, das Nest anschliessend mit der Wolle der Mutter wieder gut zu bedecken, um die Jungtiere warm zu halten.
Entwicklung
Etwa ab dem 3. Tag treten erste Haarspitzen aus der Haut, man kann schon die spätere Zeichnung erkennen. Mit ca. 10-12 Tagen beginnen die Jungen die Augen zu öffnen, auch das Fell ist nun komplett ausgebildet.
In seltenen Fällen wagen sich einige ganz unternehmungslustige Jungtiere schon sehr früh aus dem Nest und erkunden die Umgebung - normal geschieht dies ca. ab der 2. - 3. Woche.
Mit 3-4 Wochen verlassen die Kleinen für immer länger werdende Ausflüge das Nest, erkunden neugierig die Umgebung und spielen mit ihren Geschwistern. Auch fangen sie nun an, neugierig an fester Nahrung wie Heu, Stroh und z.T. auch schon Frischfutter zu knabbern.Die Milchaufnahme beim Säugen wird weniger, bei sehr kleinen Würfen kann es sogar vorkommen, daß jetzt schon ganz abgestillt wird.
Die Aufenthalte außerhalb des Nestes werden länger und es wird viel gekuschelt, auch mit der Mama.Mit ca. 6-8 Wochen sind die Kleinen dann selbständig, sollten aber bis zur 8. bis 10. Woche bei der Mutter bleiben. Sie lernen nun das Sozialverhalten, nehmen den Blinddarmkot der Mutter auf, um eine eigene gesunde Darmflora aufzubauen.
Ab der 8. Woche ist es möglich, die Jungtiere gegen Myxomatose und RHD zu impfen.
Da Zwergkaninchen etwa mit 12 Wochen geschlechtsreif werden, sollte man die vorhandenen Böckchen des Wurfes am besten bei einem kaninchenerfahrenen Tierarzt frühkastrieren lassen.Ab der 8. Woche ist dies möglich und erspart dem Tier die 6-wöchige Kastrationsfrist. Wenn man nicht den Platz oder die Möglichkeiten hat, um den Nachwuchs selber zu behalten, kann man ihn nun in liebevolle Hände und ein artgerechtes neues Zuhause vermitteln.
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